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7. Januar 2026 - Zum Gedenken an Ivanka Deutschmann

Die Städtepartnerschaft Vaterstetten - Trogir trauert um Ivanka Deutschmann. Die Baldhamerin ist mit 73 Jahren verstorben.

Sie war nicht nur ein Gründungsmitglied des Partnerschaftsvereins, sondern schon bei der „Hochzeit“ der beiden Kommunen im April 2009 mit dabei. Sie war es, die wichtige Verbindungen zwischen den Bayern und Dalmatinern knüpfte. Als Mutter zweier Feuerwehrmänner, die sie ebenso wie ihren verstorbenen Mann Klaus und die gesamte Familie schnell für diese deutsch-kroatische Freundschaft begeisterte, lagen ihr ihre „Vatrogasci“ besonders am Herzen. Als beim offiziellen und noch etwas steifen Empfang in einem Hotel der Funke noch nicht so recht übersprang, war es Ivanka Deutschmann, die Dank ihrer slowenischen Herkunft zunächst die Sprachbarrieren zwischen den Feuerwehrmännern überwinden half. Schon am nächsten Tag sah man das Resultat, als so manches Uniformteil den Besitzer gewechselt hatte. Damit legte sie einen wichtigen Grundstein für diese heute so herzliche Partnerschaft. Denn die Feuerwehrleute engagierten sich zu Beginn besonders stark, was wenige Jahre später zur Gründung des kroatischen Partnerschaftsvereins führte. Dessen erster Präsident Tonći Barada und seine Frau Sniježana wurden schnell zu Familienmitgliedern und Stammgästen im Hause Deutschmann.

Ivanka Deutschmann „erfand“ unbewusst eine herzliche Tradition bei Besuchen in Vaterstetten: Die „Heimatabende“. Sie saß zunächst mit ihrer Familie und ihren Gästen am Esstisch, ehe auf wundersame Weise weitere Gastgeber mit ihren Freunden dazustießen. Ivankas Sprachkenntnisse mögen vielleicht eine Ursache gewesen sein. Zumindest ging nie der Leberkäse aus und es wurde oft bis spät in die Nacht gelacht und gesungen. Tonći Barada wurde einmal die Sache zu bunt und um 23 Uhr schickte er Alle nach Hause. Er hatte jedoch nicht mit der Findigkeit seiner jungen Feuerwehrkameraden gerechnet, die beim nächsten Mal kurzerhand ein Tuch über die Küchenuhr hängten und so für eine Verlängerung sorgten.

Bei den Trogirer Feuerwehrleuten hatte Ivanka den Namen „Teta (Tante) Ivanka“. Sie war ihnen sehr ans Herz gewachsen, auch weil sie immer Schokolade mit nach Trogir brachte. Über diese besondere Beziehung berichte sogar das Kroatische Fernsehen HRT und begleitete Ivanka bei ihrem letzten Besuch in der Partnerstadt.

Obwohl durch Krankheit geschwächt, ließ es sich Ivanka Deutschmann im letzten Dezember natürlich nicht nehmen, wieder ihre alten Freunde aus Trogir bei sich zu beherbergen.

Gastgeber zu sein war ihr eine Herzensangelegenheit. Hier war sie ein großes Vorbild. Ihre Tür stand immer offen, wann immer ein Quartier für Gäste aus Trogir benötigt wurde.

Ivanka Deutschmann wird als prägendes Gesicht dieser Städtepartnerschaft fehlen, die Erinnerung an eine herzliche Frau, aber ebenso an ihren Mann Klaus wird bleiben. Dafür sorgt auch die Hinweistafel auf die Partnerschaften der Gemeinde Vaterstetten, die ausgerechnet vor ihrem Haus steht.